Ludwig Bechstein

Alte Reime von der Ermordung der 12 Ritter von Stein zum Altenstein

Eiring vom Reinstein vom Adel gut

Zum Bischof man erwehlen thut,

Danach der Geburt Christi man schreib

Zwölf hundert Jahr und fünfzig bleib.

Dieser wohl sechszehn ganze Jahr

Im bischöflichen Amt auch war.

Er hatt aber grimmig auferlegt,

Wie man den Ungehorsamen pflegt,

Würzburg und Rothenburg den Städten,

Gar große Geldbuß, sie es kaum hätten,

Dieser ohne alle Mittel war

Ein grausamer Tyran für wahr.

Er konnt' auch seine Tyrannei

Treiben ohne alle Furcht und Scheu,

Weil damals im Reich, wie man ließ't,

Kein Haupt, noch Kaißer geweßen ist.

Auch die von Altenstein des seyn

Genug innen worden insgemein./

Ihr Zwölf aus ihrem Geschlecht er hat

Heimlich erwürgt an einer Stat.

Welches sich so zutrug, nun hör,

Hernach nicht unrecht judicir.

Als Eiring einsmahls auf ihr Schloß

(nach Altenstein genannt war dos)

Da zwischen ihnen viel Hader war,

Kam und sie hätt vertragen gar,

Und all's nun war im Vergessen gestellt

Bischof Eiring selbst bößlich hält,

Denn, als er war von ihnen tractirt

Aufs Beste, wie sichs denn gebührt,

Und ihm wurd alle Ehr erzeigt,

Kein Dank bei ihm sich doch neugt.

Sondern that wieder alle Lehr

Freundliche Wirthschaft schwächt die sehr,

Auch wieder seine Ehr' und Treu,

Die er Ihnen hat gelobet frey.

Da war das Abendmal vollend,

Einen jeden fodert er behend

In Sonderheit in sein Gemach,

Als wollt er mit ihm halten Sprach;

So bald aber einer zu ihm kam,

Ließ er denselben stracks fallen an,

Und niederhauen ohne Gnad.

Noch heut'ges Tages weiß man die Stat

Im schönen adeligen Hauß

Welches vor die Burg gebaut ist raus.

Also geschah den Eilfen all

Der Zwölfte aber merkt diesen Fall,

Herdegen mit Namen, der ein Ritter war,/

Der wehrt sich steif in dieser Gefahr,

Den Bischof er in Winkel trieb,

Und ihm im Grimm die Naß' abhieb.

Er mußt aber sobald gleichwohl

Erhalten als die Anderen oll.

Und wurden die zwölf entleibten Herrn

Von Altenstein mit großem Trauern

Gen Langheim in das Kloster geführt,

Allda begraben wie sichs gebührt.

Wär nicht geweßen im fremden Lnad

Einer des Geschlechts Seyfried genannt,

So wäre der ganze Stamm für wahr

In einer Stund vertilget gar.

Es starb aber Bischof Eiring

Als Rudolph noch nicht allerding

Zum Kaißerthum bestätigt war

Welches ledig stand 17 Jahr

Als nach des Herrn Christi Geburt

Tausend 266 gezählet wurd.