Ludwig Bechstein

Altenstein

Unter den Burgtrümmern des östlichen Frankens ist die von Altenstein eine der berühmtesten und besuchtesten. Sie bildet mit den Burgen Lichtenstein und Raueneck einen Triangel. Hohes Alterthum und Schönheit der Lage zeichnen sie gleich sehr aus. Der gleichnamige Berg trug auf seinem nordöstlichen Abhang noch eine Feste, die Heidenburg, von der nur noch die Umwallung sichtbar ist und diese soll das eigentliche Stammhaus der weitverzweigten Familie von Stein zum Altenstein sein. Die spätere Burg war bischöflich-würzburgisches Eigenthum, welche Burgmänner darauf hielten. Die Ritter von Stein zum Altenstein führen in ihrem Wappen drei Hämmer im rothen Schild, und es haben schmeichlerische Genealogisten die Sage ersonnen, daß die Familie vom scandinavischen Donnergotte, dem Asen Thor abstamme, und dessen Hammer Miölner zum Zeichen so hoher/ Abkunft im Schilde trügen. Vor solch kühnphantastischer Behauptung müssen freilich jene Adelshäuser weit zurückstehen, die ihren Ursprung nur bis zu Karl dem Großen hinaufführen zu können vermeinen. Das stattliche Haus, noch groß in seinen Trümmern, ward lange bewohnt. Im Bauernkriege fiel es durch Verrath, da der damalige Burgherr, Klaus Ludwig von Stein zum Altenstein, als Feldhauptmann am Rheine war.

Viele Bürger aus Ebern und Bauern aus Maroldsweisach waren bei der Plünderung und Zerstörung thätig, die im folgenden Jahre hart dafür gebüßt wurden. Doch ist von der Familie das Schloß noch bis zum Jahr 1703 bewohnt worden, worauf sie ihren Sitz nach Schloß Pfaffendorf verlegte, welches der genannte Klaus Ludwig zu bauen begonnen hatte, der den Bau jedoch nicht vollenden konnte, indem er von den Bauern zu Maroldsweisach hernachmals erschlagen wurde.