Zwischen Seifriedsburg und Schönau an der Saale liegt ein Wäldchen, welches den Namen Lindwurm führt. In der Nähe hauste, so kündet die Sage des Volkes, ein Lindwurm, welcher von dem Ritter auf der Seifriedsburg erlegt wurde. Es wird hier ein überraschendes Zusammentreffen mit jener urdeutschen Sage vom hörnenen Siegfried wahrgenommen. Auch dort erst niederer Stand, dann Drachentödtung, Unverwundbarkeit, große Thaten, reicher Hort. Auch die Sage schreitet in mannichfacher Verwandlung durch die Jahrhunderte, wie sie einst durch die Länder schritt; aber ihr Leben ist ein unsterbliches, und sie selbst ein unverwundbarer Siegfried, den weder der Speer falscher Aufklärung, die gegen die Sage als wahnvolle Fabelei ankämpfen zu müssen glaubt, noch die polirte Dolchspitze des Hohns zu fällen vermag.