Vom alten Felsenschlosse Regenstein bei Blankenburg an erblickt man in der Richtung nach Gernrode und Ballenstädt, zwischen diesen Städten und Quedlinburg, hochgegipfelte Felsenreihen, die von ferne gesehen, Mauertrümmern ganz ähnlich erscheinen, und, öfters unterbrochen, sich erstrecken; sie ähneln alten Festungsmauern, in die mit Kanonenkugeln Breschen geschossen sind, und bieten manches phantastische Gebilde dar. Die Sage geht, daß als Gott der Herr die Erde geschaffen, so habe der Teufel als Urcommunist, begehrt, mit ihm zu theilen, und alsbald in dieser schönen Harzgegend begonnen, sein Reich abzugrenzen. Vor allem habe er sich den Harzwald mit seinem Thronberge, dem Brocken, seinen Pfuhl bei Thale und so manches andere vorbehalten, Orte, die er auch bis dato noch nicht gänzlich aufgegeben, und dem lieben Gott das platte Land vergönnt. Und damit ihm sein Lieblingsgebirge, und darin sein Bad, sein Bette, seine Kanzel und seine Mühlen um so sicherer bleibe, habe er begonnen, dasselbe mit einer riesigen Felsenmauer zu umwallen. Der liebe Gott sah dem Werke des Teufels eine Zeitlang zu, bis er ihm ein Ende machte und mit einem Zucken seiner Augenwimper die Mauer brach. Wer von Gernrode nach Quedlinburg den Fußweg geht, geht mitten durch die Mauer wie durch ein Nadelöhr.