Im Dom zu Hildesheim wird gezeigt eine Säule, zierlich von Marmor, mit vergoldeten Erzringen, eilf Fuß hoch, und ein Marienbild tragend. Die soll früher des alten Sachsengottes Irmin Bildsäule getragen haben, und wird daher noch immer Irmensäule genannt.
Jenes Götterbild stand zu Ehresburg, jetzt Stadt Berge an der Dimel, und ward gebrochen von Karl dem Großen im Jahre 772. - Wenn mit einem Messer an die Säule geschlagen wird, giebt sie einen hellen Schall; bei heißer Sommerzeit ist sie sehr kalt, und schlägt sich aller Dunst an ihr in Tropfen nieder, so daß sie zu schwitzen scheint. Die Sage geht, daß Karl der Große sie habe nach Hildesheim bringen lassen, und nach der Hand hat man auf die ehernen Ringe lateinische Verse eingegraben, welche aber zur Irmensäule und ihrer Geschichte keinen Bezug haben, vielmehr darauf hinzudeuten scheinen, daß die Säule keine andere Bestimmung hatte, als einen riesigen Leuchter abzugeben. Manche sagen Irmen sei Irmin, Armin, Herrmann, der Befreier Deutschlands, dem göttliche Verehrung zu Theil geworden. Ob der Name des Dorfes Armenfeld bei Ahlefeld nicht ein verstümmelter Nachhall des Namens Arminsäule sei, lohnte sich wohl zu erforschen zu suchen.