Johann Heinrich Pestalozzi

Eis und Eisen

»Du drückst mich eben wie das Stück Eisen, das neben dir liegt« – also sagte die Erde zu einer Eisscholle, die der Bach auf sie hinwarf.

Diese antwortete: »Ja, aber beim ersten lieblichen Tag vergehe ich wieder.«

Darauf sagte das Eisen: »Ich vergehe ja auch, wenn die Hitze groß genug ist.«

Aber die Erde erwiderte: »Behüte mich Gott davor, daß sie jemals für mich so groß werde.«

Und der Eisklumpen setzte noch hinzu: »Es ist nicht einmal wahr, daß du jemals vergehst; wenn du auch, in der höchsten Glut fließend, wie wallendes Feuer scheinst, so bist du doch Eisen, und wenn du geschmolzen wieder erkältest, so bist du nur anders geformt.«