Johann Heinrich Pestalozzi

Das kranke Bäumchen

Sein Vater hatte es gepflanzt – es wuchs mit ihm auf, es liebte es wie eine Schwester und wartete seiner wie seiner Kaninchen und seiner Schäfchen.

Aber das Bäumchen war krank; täglich welkten seine Blätter. Das gute Kind jammerte; riß ihm täglich die welkenden Blätter von seinen Zweigen und goß dann auch täglich gutes, nährendes Wasser auf seine Wurzeln.

Aber einmal neigte das leidende Bäumchen seinen Gipfel gegen das liebende Kind und sagte zu ihm: »Mein Verderben liegt in meinen Wurzeln; wenn du mir da hilfst, so werden meine Blätter von selbst wieder grünen.«

Da grub das Kind unter das Bäumchen und fand ein Mäusenest unter seinen Wurzeln.